Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke in Ludwigshafen

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wird seit Ende des 20. Jahrhunderts mit dem stetig zunehmenden internationalen Warenhandel weltweit verschleppt. Durch ihre Fähigkeit eine große Bandbreite natürlicher und künstlicher Wasseransammlungen zur Aufzucht ihrer Larven zu nutzen, kann sich die sehr anpassungsfähige Stechmückenart in neuen Gebieten schnell ansiedeln. So wurde im Sommer 2015 in Freiburg (Breisgau) in einer Kleingartenanlage die erste größere Ansiedelung der Asiatischen Tigermücke in Deutschland gefunden. Im Laufe der folgenden Jahre kam es zu weiteren erfolgreichen Ansiedelungen der Art innerhalb einiger Städte der wärmebegünstigten Oberrheinebene. In diesem Sommer wurde die Asiatischen Tigermücke auch das erste Mal im Stadtgebiet Ludwigshafen am Rhein, im Stadtteil Oggersheim entdeckt. Nach aktuellem Kenntnisstand hat sich die Art im Wohngebiet „Melm“ bisher auf eine Fläche von mindestens 18 Hektar ausgebreitet.

Weibchen der Asiatischen Tigermücke auf einem Ligusterzweig sitzend

Nicht nur aufgrund ihrer raschen Ausbreitung ist die nur 3-10 mm große Stechmückenart in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Zum einen schränkt die Asiatische Tigermücke durch ihr auch am hellen Tage sehr aggressives und ausdauerndes Stechverhalten die Lebensqualität ganz erheblich ein. Zum anderen besitzt sie auch die Fähigkeit, verschiedene für den Menschen relevante Krankheitserreger zu übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland durch Stiche der Asiatischen Tigermücke mit einer dieser Krankheiten anzustecken ist derzeit noch sehr gering. Allerdings ist dies leider nicht ganz auszuschließen und die Wahrscheinlichkeit steigt, je wärmer die Sommermonate und je größer die Ansiedelungen der Asiatischen Tigermücke werden.

Daher wird ab Mitte August die im Wohngebiet Melm neu entdeckte Population der Asiatischen Tigermücke im Auftrag der Stadt Ludwigshafen mit hoher Intensität bekämpft. Für die Koordination und Durchführung der biologischen Bekämpfungsmaßnahmen ist die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e.V.) zuständig. Die KABS e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, welcher seit über vierzig Jahren die biologische Bekämpfung der Rheinschnaken im Bereich seiner Mitglieder, zu denen auch die Stadt Ludwigshafen als Gründungsmitglied gehört, durchführt.

Dass es möglich ist lokal begrenzte Populationen der Asiatischen Tigermücke wieder vollständig auszulöschen, zeigen die Ergebnisse der biologischen Bekämpfungsmaßnahmen der KABS e.V. in anderen Städten der Oberrheinebene. Jedoch zeigen die bisherigen Erfahrungen auch, dass eine erfolgsversprechende biologische Bekämpfung nur möglich ist, wenn die Bekämpfungsteams vor Ort durch die betroffenen Anwohner ausreichend unterstützt werden. Daher möchten wir Sie bitten die Bekämpfungsmaßnahmen zu unterstützen und zusammen mit uns die Asiatische Tigermücke aus Ludwigshafen zu entfernen.